Gletscherlauf unter dem Mýrdalsjökull (Juli 2011)
14.07.2011: Die letzten Tage war es ungemein spannend auf Island! Am 6. Juli ließen einen Nachrichten von ungewöhnlicher Aktivität im Bereich der Hekla aufhorchen und plötzlich stand das "Gespenst" eines Hekla-Ausbruchs im Raum. Doch die Hekla beruhigte sich wieder.
Statt dessen war ab dem 9. Juli die Katla plötzlich in aller Munde. Es hatte in der Nacht von Freitag auf Samstag einen Gletscherlauf unter dem Mýrdalsjökull gegeben, der in dem Fluss Múlakvísl, östlich von Vík und westlich von Hjörleifshöfði, eine Flutwelle auslöste, die die 128 m lange Brücke über den Fluss wegriss und Teile der Straße zerstörte. Die Ringstraße ist seit dem quasi unterbrochen. Bis heute ist man sich nicht ganz sicher, was genau diesen Gletscherlauf ausgelöst hatte ... ein kleiner Ausbruch der Katla oder "nur" geothermale Hitze. Auch ist völlig unklar, was das für die nähere Zukunft heißt - war es das oder steht der Ausbruch der Katla unmittelbar bevor? Beobachtet man die Erdbebenkarte sieht man zumindest, dass es in den letzten Wochen mehr Erdbeben gab als vorher. Momentan äußert sich jedoch niemand dahingehend, dass ein Ausbruch unmittelbar bevorsteht.
Am 13. Juli stellte man einen Gletscherlauf unter dem nordwestlichen Vatnajökull statt. Hier gab es jedoch keine zerstörerische Flut. In den Nachrichten heißt es, dass der Gletscherlauf einem bisher unbekannten geothermalen Gebiet unter dem Gletscher entstammt. Es gibt dort derzeit keine Anzeichen für einen Ausbruch.
Heute habe ich die Gelegenheit genutzt, mir die Situation am Múlakvísl anzusehen, bevor es morgen wieder auf Tour geht. Während ich mit meiner letzten Gruppe das betroffene Gebiet längst verlassen hatte, als die Flut kam, bleiben für die nächste Gruppe zwei Optionen: Entweder wird die Behelfsbrücke bis zum Montag, wenn wir die Gegend passieren wollen, fertig oder wir müssen den Umweg durch das südliche Hochland nehmen. Es bleibt auf jeden Fall spannend. Nachfolgend ein paar Fotos. Die Lichtverhältnisse waren leider nicht die besten, aber ich denke, die Fotos vermitteln einen kleinen Einblick.
© Monique Starr 2011